
Brother Farblaserdrucker HL-3040CN
Bislang habe ich an ihn geglaubt – den blauen Umweltengel! So wie kleine Kinder an das Christkind glauben.
Und so fiel meine Wahl beim Einkauf eines neuen Druckers natürlich auf ein Exemplar, dass sich mit diesem Engel schmücken durfte: Der Brother HL-3040CN, ein todschicker Farblaser-Drucker. Leider erwies sich dieser nach jedem Einschalten eher als todbringend als todschick: Beissender Ozon-Gestank erfüllt innerhalb von Sekunden den Raum – schon während des Aufheizens des Gerätes und natürlich noch penetranter beim Drucken. Nun fragt man sich, warum eine solche Dreckschleuder den blauen Umweltengel tragen darf? Die Website vom Blauen Engel direkt liefert folgende Erklärung:
Welche Informationen vermittelt der Blaue Engel auf einem Produkt?
Der Blaue Engel ist eine vom Staat initiierte und von einer unabhängigen Jury vergebene Kennzeichnung für Produkte, die im Vergleich zu anderen Produkten gleichen Nutzens umweltverträglicher sind. Er soll dem Käufer die Kaufentscheidung erleichtern.

Der Blaue Engel
Aha, verstehe, das heisst also nix anderes als dass andere Drucker der gleichen Preis- und Leistungsklasse noch mehr Scheisse raushauen?
Oder könnte es sein, dass die Mitglieder der “unabhängigen Jury”, die über die Vergabe des Engelchens entscheiden, allesamt blau waren? Oder stammen die alle aus dem vorigen Jahrhundert in dem Luftkurorte noch mit “ozonreicher Luft” warben, bevor man wissenschaftlich festgestellt hat, dass dieser dreiatomige Sauerstoff alles andere als gesund ist!
Dann muss der Vollständigkeit halber auch gleich noch den “qualifizierten” Fachverkäufern des “Fach”-Marktes Euronics in Eckernförde dafür gedankt werden, die mir dieses “gesunde Gerät” als besonders umweltfreundlich aufgeschwatzt haben, echt herzlichen Dank dafür!
Und die Firma Brother wandert hiermit ebenfalls auf meine kleine, aber feine Liste von Herstellern, von denen ich in Zukunft nichts mehr kaufen werde.
30 Jahre lang war ich ein erbitterter Gegner der Firma aus Cupertino. Zu kompliziert, zu elitär, zu teuer, zu beschränkt in sich. Die verbissene Ablehnung sollte sich jedoch vor 2 Jahren ändern, als meine Allerliebste plötzlich ein Handy mit Apfellogo wollte, ich dieses in die Hand nahm und spontan begeistert war. Ein Pad und zwei große Computer folgten – Ihr wisst schon, diese Dinger wo der Bildschirm und der Rest in einem Teil stecken…
So war es doch nur konsequent gleich am 7. März ein Exemplar der dritten Generation der Flachgeräte zu bestellen um ganz schnell in den Genuss der erhöhten Auflösung und sonstiger Schnickschnacks zu kommen. Etwa vier Stunden nach der großen Offenbarung in San Francisco schaffte ich es endlich, die mittlerweile zusammengebrochenen Server der Apfel Inc. davon zu überzeugen, meine Bestellung anzunehmen. Eindeutig und ohne Kleingedrucktes wurde mir der Liefertermin 16. März bestätigt. Brav ich überwies ich das geforderte Geld.
Heute (immerhin eine volle Woche später) bekam ich die Bestellbestätigung. Liefertermin voraussichtlich 10. April!
Man kann sich meinen Schrei – eine Mischung aus Wut, Schmerz und Enttäuschung sicher vorstellen!
Als grenzenlose Unverschämtheit betrachte ich nicht allein die Tatsache dass man mich warten lässt. Verständlich mag es sein, dass man mit dem Ansturm überfordert ist. Absolut NULL Verständnis habe ich aber dafür, dass eine der reichsten Firmen der Welt nun über vier Wochen mit meinem bereits bezahlten Geld arbeitet, ich aber die Ware nicht bekomme.
Es ist ohnedies ein Unding, dass man bei Bestellungen im Internet immer Vorkasse leisten soll. Weil man den Konsumenten nicht traut? Weil die Zahlungsmoral tatsächlich total verkommen ist? Ich bitteschön traue aber auch keiner Firma mehr, dass sie mir die Ware liefert NACHDEM ich bezahlt habe! Basta! Hier Geld – da Ware – und das bitte gleichzeitig! So wie früher, in der guten alten Zeit.
Ich habe die Bestellung storniert und mein Geld zurückverlangt. Sollen die sich ihr Ei-Päd doch sonstwo hinstecken! Ich kann auch ohne das Ding leben und weiter auf meinem Android-Pad daddeln…
Foto: intermadel
Ich bin nun wirklich kein Frühaufsteher…
…aber wenn ich ganz gechillt am Montag Vormittag meine Bankgeschäfte erledigen will, dann begrüßt mich die Postbank auf deren Onlineseite ganz freundlich mit dem Hinweis, dass die Server leider überlastet seien und man es doch zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen solle.
HALLO? Bitte geht’s noch?? Die Brüder verdienen ja wohl genug an unseren Bank-Gebühren! Dann sollen die doch mal gepflegt ihre Serverfarm erweitern! Kunden, die nach dem Wochenende eine Überweisung tätigen wollen, sind ja wohl keine unvorhersehbare Naturkatastrophe! Da kann es wohl doch nicht zu viel verlangt sein, dass dieser Verein die Serverkapazitäten dem tatsächlichen Bedarf anpasst anstatt die Kunden zu vertrösten. Unfassbar…


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